Darf ich als Mieter ein Katzenschutznetz anbringen?

Das Katzenschutznetz halten viele Katzenbesitzer für ein unverzichtbares Hilfsmittel für Balkon oder Loggia, damit ihre geliebten Vierbeiner nicht ein – wenn nicht sogar das – Katzenleben verlieren. Manch einem Vermieter und Anwohner schert sich wenig um die Sicherheit der Stubentiger und klagen in letzter Instanz, um den Katzenhaltern den Verbau von Katzennetzen zu verbieten. Das geschieht jedoch mit unterschiedlichem Erfolg, wie einige Gerichtsfälle der letzten Jahre dokumentieren.

Vermieter darf Katzenschutznetze verbieten

Bekannt ist ein Fall aus Wiesbaden, der katzenhaltenden Mietern sauer aufstoßen wird: Hier wurde dem klagenden Vermieter das Recht gewahrt – und die Katzenhalter dazu aufgefordert, die kaum sichtbaren Katzenschutznetze zu entfernen. Der Grund: Die Anbringung des Netzes stelle eine bauliche Veränderung dar, die laut Mietvertrag zu beantragen sei. Da der Balkon und damit Teile der Fassade zur Mietsache gehören, begingen die Angeklagten durch die Verankerungen des Netzes eine bauliche Veränderung. Dies galt auch für einen Gerichtsbeschluss aus Berlin-Neukölln, bei dem die Angeklagte das Katzenschutznetz mit einer vorrübergehenden Holzkonstruktion für den Sommer anbringen wollte. Auch hier: mehrere Monate stellen keinen „vorrübergehenden Charakter” dar und der Vermieter bekam Recht.

In einem Fall des Münchener Amtsgericht argumentierte eine klagende Besitzervereinigung auf andere Weise: das Katzenschutznetz – auch wenn kaum sichtbar – störte die Anwohner, weil es eine „negative optische Wirkung auf den Charakter der Gesamtanlage” habe. Somit mussten in diesem Fall Sicherheitsaspekte des Tieres der allgemeinen Gebäudeästhetik weichen. Das heißt: Katzennetze können aus ästhetischen Gründen verboten werden.

Netze ohne „Eingriffe in die Mietsache” anbringen

Mut macht jedoch das Aktenzeichen 222 C 227/01 des Amtsgerichts Köln (Quelle): Dem Angeklagten zum Vorteil gehalten wurde hier, dass die Ständer, an denen das Katzenfangnetz aufgehängt wurde, mit der Balkonbrüstung nur verschraubt wurde und bei Bedarf „ohne Eingriffe in die Mietsache” entfernbar war. Auch optische Gründe konnten dort nicht herangezogen werden, weil der Balkon zum Hinterhof und nicht zur repräsentativen Fassadenseite montiert wurde.

Den Verbau einen Katzenschutznetzes sollten Sie gemäß Abwägung der hier protokollierten Rechtsstreitigkeiten immer mit dem Vermieter absprechen. Wenn dieser im Allgemeinen nichts gegen eine Haustierhaltung hat, dann haben Sie gute Chancen auf eine Genehmigung. Achten Sie beim Verbau jedoch darauf, dass Sie die Gebäudesubstanz nicht schädigen und setzen Sie auf flexible, rückbaubare Lösungen. In Gebäuden von Eigentumswohnungen hingegen können Sie jedoch nur auf kulante Nachbarn hoffen.

Weitere Quellen zum Thema:

sueddeutsche.de – Was sich der Bewohner herausnehmen darf

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